Bocken
Martina (die Verkäuferin) erzählte uns, dass Jackson noch ziemlich verspielt sei und immer mal wieder bockend über die Wiese rennt. Heute habe ich das zum ersten Mal gesehen.Ich war im Schuppen um den gelieferten Sack Stallriegel in Eimer zu füllen.( Der Kilopreis halbiert sich fast, wenn wir 25kg im Sack kaufen anstelle von 5kg Eimern.) Das hörten die beiden wohl auf der Wiese und kamen sehr interessiert gucken. Und Jackson war leicht übermütig und sprang hin und her und rannte über die Wiese.
Ich war mittlerweile fertig mit umfüllen, und wollte mir Jackson für seine Gymnastikübung holen. Aber er wollte sich nicht wirklich einfangen lassen. Also machte ich den Durchgang zum Paddock auf. Während er da bisher noch nicht so gerne alleine durchging, half ihm diesmal sein Übermut dadurch.
Ich also hinterher und hinter mir zugemacht. Dann habe ich ihn zweimal um den Hänger getrieben, weil er noch nicht wollte, und dann konnte ich ihn mir nehmen.
Sein Programm absolviert er problemlos, und scheint auch gerne mitzumachen.
Herbstlich
Ich war eben noch ne Runde laufen. Und am Horizont sah ich drei Schwärme Zugvögel die sich sammelten und in Keilform davonflogen.Wenn meine Orientierung nicht komplett verkehrt war, zogen sie aber nicht gen Süden...
Harter Tobak - oder Joey und ich bekommen Knoten im Hirn !
Puh - das war heute ganz schon anstrengend.. vor allem für den Kopf !Aber besser ich fange vorne an:
Wir begannen die Stunde mit lockerem Warmreiten. Große Zirkel, Schlangenlinien, ganze Bahn...
Währenddessen sprachen wir über den Unterschied zwischen "am langen Zügel" und "am hingegebenen Zügel".
Nach der Lösungsphase ging es dann in den Trab am aufgenommenen aber langen Zügel.
Michaela wollte mit mir und Joey heute das Schenkelweichen üben.
So erklärte sie mir, nachdem wir eine Weile Tempowechsel im Trab geritten waren, wie die Hilfen dafür aussehen sollen. Ich versuche mich zu erinnern:
die Zügel sind angenommen
der Reiter setzt sich, als ob er abwenden wollte: d.h. die innere Gesäßhälfte ist mehr belastet, der innere Zügel geht leicht zurück und der äußere leicht vor. Wichtig ist dabei die Anlehnung zu halten
der innere Schenkel treibt am Gurt
der äußere Schenkel liegt verwahrend hinter dem Gurt
Hier die Hilfengebung lt FN:
Das Schenkelweichen an sich wird dann mit folgenden Hilfen ausgeführt: Wenn man also den linken Schenkel weichen läßt, sprich das Pferd "weicht" dem vorwärts-seitwärts treibenden linken Schenkel aus, belastet man zunächst einmal den linken Gesäßknochen. Der linke Schenkel treibt vorwärts-seitwärts während der rechte Schenkel eine verwahrende Funktion übernimmt, also eine handbreit hinter dem Sattelgurt liegt. Auch der rechte Zügel wirkt verwahrend auf das Pferdemaul ein (stetige Verbindung). Der linke Zügel dagegen wirkt annehmend und nachgebend um dem Pferd so die gewünschte Stellung zu geben.
Doch das fiel Joey und mir sehr schwer... ich konnte diese vielen für mich neuen Hilfen zu koordinieren (was mir zugegebener Maßen noch sehr schwer fällt) und für Joey war das ja auch alles ganz neu.
Getrenst hatten wir ihn übrigens mit Zäumung, die ich diese Woche fertig gemacht hatte (Zäumung). Das klappt ganz gut.
Wir entschieden, daß es besser ist, wenn Michaela das Reiten übernimmt. Sie weiß was zu tun ist und kann es Joey besser vermitteln als ich.
Ich sah zu und versuchte daraus zu lernen.
Da Michaela merkte, daß es Joey doch sehr schwer fiel mit dem Schenkelweichen, entschied sie doch weiter am Galopp in Anlehnung zu arbeiten.
Joey war recht faul heute und daher gab ich ihr nach einer Weile den "Meinungsverstärker".
Damit ging es dann etwas besser.
Einen Aha-Effekt gab es auch noch.
Sie zeigte mir, wie sie immer wieder während des Reitens mit der inneren Hand an Joey Hals zum Loben entlangstrich. Dabei war deutlich zu sehen, daß das keinen Einfluß auf die Anlehnung hat; diese bleibt komplett erhalten.
Damit demonstrierte sie mir, daß der Innere Zügel für das Aufrechterhalten der Anlehnung vollkommen irrelevant ist und auch nicht zu Einsatz kommen soll.
Als "Hausaufgabe" haben wir nun einiges zu tun:
Ich soll üben mit Joey am angenommen Zügel zu reiten und dabei darauf zu achten, daß er vorwärts läuft und nicht "ausgeht".
Außerdem soll ich mit ihm üben, auf das Annehmen der Zügel hin nachzugeben. Das fällt ihm nämlich ungeheuer schwer.
Also haben wir genug zu tun bis zur nächsten Stunde am Mittwoch.
Verkaufsvorbereitungen
Da wir Jackson's Sattel nicht mehr benutzen wollen, egal wie lange es dauert, bis wir einen neuen haben, habe ich diesen gestern wieder umgebaut und fotografiert.Letzte Woche habe ich auch Sassico's Hufschuhe gesäubert und gestern ebenfalls fotografiert.
Jetzt können wir diese in verschiedenen Märkten in Kleinanzeigen anbieten.
Möchte hier jemand Easyboots Grösse 3 oder einen Montana 178 kaufen? Meldet Euch in den Kommentaren, Dann lasse ich euch mehr Infos zukommen.
Joey's bisherige Zäumungen
Joey lebt nun seit über 12 Jahren bei mir und in puncto Zäumung haben wir einiges ausprobiert.Als er bei mir einzog, nahm er eigentlich gar kein Gebiss an.
Das hatte ich beim "Probereiten" (kann man eigentlich gar nicht so nennen: Ich saß ohne Sattel drauf und wurde ein bißchen geführt) nicht testen können, da "angeblich" alle seine Sachen gestohlen worden waren und ich auch gar nicht daran gedacht hatte.
Bei mir zuhause dann wollte ich ihn trensen und er machte das Maul einfach nicht auf.
Ich hatte eine einfach gebrochene relativ dicke Wassertrense für ihn. Es dauerte aber immer mindestens 15 Minuten, bis ich sie im Maul hatte.
Ich rief den Vorbesitzer an und der sagte mir, daß er da schon länger Probleme mit hätte. Sie hätten ihn wohl nachher mit Hackamore geritten. Gute Erfahrungen hatten sie auch mit Apple-Mouth-Flavour-Gebissen gehabt.
Hm... mit einem Hackamore hatte ich überhaupt keine Erfahrung, so entschied ich mich für den Apfelgeschmack.
Ich kaufte ihm eine doppelt gebrochenen Wassertrense und damit ging es ein bißchen besser.
Aber immer noch nicht gut.
Außerdem kaute er die Kunststofftrense ziemlich schnell durch. So war das auch ein teurer Spaß.
Irgendwann kam ich durch Zufall darauf wie es besser ging: Ich machte das Gebiss an der rechten Seite los und dann ließ er es sich von mir das Gebiss von seiner linken Seite ins Maul geben. Warum ? Keine Ahnung.
So kaufte ich ihm eine doppelt gebrochene Wassertrense aus Metall (die, die ich jetzt in die Trense geschnallt hab (siehe hierzu Zäumung)). Damit ritt ich dann bis vor ungefähr 5 Jahren.
Als wir dann auf Western umstellten bekam er ein neues Gebiss: ein dünneres einfach gebrochenes Bit aus Sweet-Iron. Das schmeck süßlich und er nahm es von Anfang an sehr gut an.
Solch ein Gebiss nutze ich bis heute. Im Gelände am langen Zügel ist das auch unproblematisch.
Doch zur Platzarbeit möchte ich ja nun ein doppelt gebrochenes probieren.
Während der letzten Jahre hab ich zwischendurch auch einige Gebisslose Zäumungen ausprobiert.
Als Joey vor ein paar Jahren ein Zahn herausoperiert worden war, durfte ich danach einige Zeit kein Gebiss benutzen. Da hab ich ihn mit einem merothisches Reithalfter geritten.
Im letzten Jahr hab ich von einer Freundin ein Sidepull ausgeliehen. Damit war ich auch mit ihm im Gelände.
Das geht auch sehr gut. Allerdings hat es für mich zwei Nachteile: Zum einen kann ich ihn nicht gut vom Fressen abhalten und zum anderen wird er dann doch schon mal recht flott im Galopp, wenn andere Pferde dabei sind. Daher reite ich ihn gebisslos meist nur wenn ich ne Bummelrunde im Schritt rausgehe.
Was für ein Monat
Der August ist noch nicht ganz zu ende, und trotzdem ist klar, das dies hier ein sehr spannender Monat war, nicht nur, dass wir diesen Monat soviel gebloggt haben, wir noch nie. Wir haben mit diesem Beitrag dann zum ersten Mal 60 Beiträge in einem Monat geschafft. Bisher hatten wir noch nicht mal die 50 geschafft.Aber viel schöner finde ich die Reaktionen,die seit diesem Monat auf uns einprasseln: Wir haben über 50 unserer 220 Kommentare auch in diesem Monat bekommen. Vielen Dank dafür, wir freuen uns sehr darüber, versuchen auf jeden Kommentar zu antworten und geben uns weiter Mühe was zu erleben und berichten zu können.
Übrigens habe ich gerade bei Spiegel online gelesen, dass es in diesem August doppelt so viel Regen gab wie normal. Wir hatten den nassesten August seit 1881. Ich bitte, dass zu würdigen. Außerdem gab es mit 0,9 Grad heute einen Kälterekord auf dem Brocken im Harz.
Aber insgesamt gab es wohl überdurchschnittlich viele Sonnenstunden in diesem Sommer.
Zäumung
Von Michaela hab ich ein Buch über Zäumungen geliehen bekommen. Darin lese ich zur Zeit um für Joey das richtige Trainingsgebiss zu finden.Gestern hab ich mal in den Kisten in der Waschküche gesucht. Dort gibt es noch alles Mögliche "Pferdezeug", das sich in den letzten Jahren so angesammelt hat.
Dort hab ich noch ein doppelt gebrochenes Gebiss gefunden. Es ist 15mm dick. Das ist mir eigentlich etwas dick, aber ich denke zum Testen kann ich es erst mal verwenden.
Es ist allerdings auch aus Edelstahl. Mal sehen, ob Joey es gern nimmt.
Ebenfalls in dieser Kiste hab ich Sassicos ganz alte Trense gefunden. Ich hab sie ein bißchen auf Vordermann gebracht und das Sperrhalfter aus Joey's alter Trense (die existiert aber nicht mehr) dazu geschnallt.
Mal sehen was Michaela am Mittwoch dazu sagt und ob wir damit klar kommen.







