Der Sommer ist da 2009
Ziemlich genau nach einem Jahr wird nun wieder mit dem Dreschen begonnen (siehe Der Sommer ist da !). Am Montag, das war der 29.06.) habe ich bei Jülich den ersten Mähdrescher Gerste dreschen gesehen. Und gestern Abend, als ich mit Ronja noch spazieren war, ist mir das erste Stoppelfeld bei uns aufgefallen.Direkt neben dem Stoppelfeld wächst Mais. Und dieser ist inzwischen schon so hoch bzw. sogar größer als ich.
Hochsitz LXXVIII

jetzt nicht mehr besonders hoch
Wanderritt nach Eicks - Rückritt
Der Wecker klingelte am nächsten Morgen um halb acht. Wir wollten vor dem Frühstück schon alles einpacken und die Wiese von den Ponies abäppeln. Als alles verstaut war, legten wir schon mal die Sattelsachen zurecht und dann stärkten wir uns mit leckerem Tee und frischen Brötchen für den Ritt.Um 10 Uhr waren wir alle startklar. S. begleitete uns noch ein ganzes Stück mit dem Fuchs und U. fuhr das erste Stück noch mit dem Rad mit.
Der Himmel war nach dem Gewitter am Abend zuvor noch grau und verhangen, doch es war warm und es herrschte eine hohe Luftfeuchtigkeit. S. zeigte uns einen guten Weg mit vielen Graswegen, der uns bis zum Naturschutzgebiet bei Bürvenich brachte.
Die Wolken lockerten mit und mit auf und die Sonne kam immer wieder mal raus. Dadurch wurde es noch einen Tick wärmer.
Fuchs und Joey gingen ein schönes Tempo nebeneinander her und Sassico folgte und mit ein bißchen Abstand. So konnte ich mich noch eine ganze Weile mit S. unterhalten.
Nach ungefähr anderthalb Stunden hatten wir das Naturschutzgebiet fast erreicht. Wir verabschiedeten uns von S. und bedankten uns nocheinmal für die tollen Tage bei ihr und U. Sie ritt mit dem Fuchs wieder gen Heimat und wir machten Mittagsrast.
Am Ende der Pause sprühten wir die Pferde noch mal gut mit Fliegenspray ein. Doch das hatte eigentlich keinerlei Erfolg, denn wir wurden wieder heftig von Bremsen und Fliegen attackiert. Also hieß es für Joey und mich wieder Rodeo durch den Wald. Na aber das kannten wir ja inzwischen bereits und so machte es mir schon nicht mehr soviel aus. Mir taten die Pferde allerdings echt leid, so wie sie von den Biestern gebissen wurden.
Als wir das Waldstück auf der Embkener Seite endlich verlassen konnten, hatte der Wind ein bißchen aufgefrischt und es zogen sich dunklere Wolken zusammen.
Wir ritten weiter bis zum Vettweißer Wald und legten dort noch einmal eine kurze Pause ein.
Von dort ging es dann in direkter Linie nach Hause.
Das war auch gut so, denn über Nörvenich konnten wir bereits sehen, wie sich ein dickes Gewitter zusammenbraute.
So versuchten wir auch auf dem restlichen Weg zügig voran zu kommen. Das Gewitter wurde immer stärker. Zuerst begann es zu grummeln, dann wurde der Donner lauter und deutlicher. Und, als wir auf der Höhe von Jsweiler waren, zuckten mächtige Blitze über Nörvenich am Himmel.
Wir legten noch eine lange Trabstrecke ein und so kamen wir tatächlich gleichzeitig mit den ersten Regentropfen am Stall an.
Daher sattelten wir auch unterm Dach ab. Joey und Sassico marschierten, trotz Regen, direkt auf ihre eigene Wiese und freuten sich, wieder daheim zu sein.
WegkreuzXLVIII
Hochsitz LXXVII
Wanderritt nach Eicks - Nachmittag und Abend am 2. Tag
Als wir von unserem Ritt zurück waren, versorgten wir die Pferde und machten uns schnell frisch. Da es doch sehr schwül-heiß geworden war, hatten S. und wir beschlossen ein leckeres kühles Eis essen zu gehen.S. brachte den Fuchs zurück auf die Koppel. Wir holten sie dort mit dem Auto ab. Dadurch hatte ich noch mal die Möglichkeit mit der kleinen Marenga zu schmusen.
Als wir uns endlich von dem süßen Pferdchen trennen konnten, fuhren wir in den Nachbarort Kommern in die Eisdiele.
Nachdem wir das leckere Eis genossen hatten, kam ein Bekannter von S. in die Eisdiele. Er wollte eigentlich nicht lange bleiben, doch er setzte sich zu uns. Wir erfuhren, daß er der Schloßherr des Wasserschlößchens von Eicks ist.
Da auch er früher geritten ist, war er sehr interessiert an unserem Wanderritt. Außerdem hatte er einige nette Anekdoten aus dem Leben auf einem Schloß zu erzählen.
Es war ein sehr amüsanter Nachmittag und wir fuhren erst nach sechs Uhr zurück zu S. Haus.
S. werkelte noch eine Weile in ihrem überreich bepflanzten Garten (wir haben in den drei Tagen so einiges darüber gelernt). Ich machte unterdessen noch einige Fotos:
Langsam zogen Gewitterwolken auf. S. pflückte noch schnell Salat und Kräuter für's Abendessen bevor es zu regnen begann.
Während es draußen immer dunkler wurde und grummelte, begannen wir das Abendessen zuzubereiten. Es sollte Kürbisquiche geben. Dafür mußte eine ganze Menge Kürbis (natürlich auch eigenem Anbau) geraspelt werden. S. zauberte unterdessen den Teig. Zwischendurch ging ein paar Mal kurz das Licht aus und der Donner kam näher. Doch viel Regen kam nicht herunter.
Um halb zehn duftete die Quiche herrlich in der kleinen Küche.
U. war inzwischen von der Arbeit gekommen und ein befreundetes Pärchen der Beiden war zu Besuch gekommen.
Wir saßen zusammen, aßen das leckere Essen und hatten einen total schönen Abend. So gingen wir auch erst nach 12 Uhr schlafen.
Wanderritt nach Eicks - Ritt mit professioneller Führung
Der Wecker klingelte erst um neun, da wir beschlossen hatten ein bißchen auszuschlafen. Nachdem ich mich gewaschen hatte, fütterte ich unsere Pferdchen.Dann gab es ein reichhaltiges Frühstück mit Brötchen, Käse, Wurst, Tomaten etc. Frisch und fit holten wir dann die Ponies von der Wiese und machten sie fertig. S. holte U.'s Fuchs von der etwas abgelegeneren Wiese, da sie ja am Abend zuvor beschlossen hatte uns zu begleiten, und um kurz nach elf marschierten wir los.
Das erste Stück führten wir die Pferde, bevor wir uns dann in den Sattel schwangen. Der Weg ging an ein paar Höfen vorbei hinaus aus Eicks ins freie Feld.
S. führte uns über die Felder bis wir auf der Höhe von Enzen ein kleines Wäldchen erreichten.
Dort ging es durch und kurz darauf kamen wir an eine Stelle, an der S. sagte, daß es nun links rum gehe. Ich sah dort gar keinen Weg. Der war nämlich mächtig zugewuchert. Das Gras ging Joey bis fast an die Ohren.
Wir mußten außerdem ziemlich vorsichtig sein, denn links des Weges lag direkt ein Graben und rechts stand versteckt im Gestrüpp ein Stacheldrahtzaun.
Doch das war eigentlich noch gar nix. Am angrenzenden Sportplatz entlang konnten wir kurz verschnaufen, doch dann wurde der Weg wirklich verwildert. S. ermahnte uns vorsichtig zu sein, denn rechts und links des "Weges" ist Sumpfgebiet.
Der Fuchs ging vorneweg und bahnte sich den Weg. So hatten Joey und Sassico es einfacher. Plötzlich stoppte S. den Fuchs. Der Weg war nun komplett von einem Bäumchen überwuchert. S. stieg ab und machte den Weg frei. Sie bedauerte ihre Säge, die sie auf ihren Wanderritten immer dabei hat, nicht mitgebracht zu haben. S. ist ausgebildete Wanderrittführerin (FN) und immer sehr gut ausgerüstet.
Doch sie schaffte es auch so die Äste zu bändigen und wir konnten weiterreiten. Dennoch war es sehr sehr eng und als es mir den Hut vom Kopf riß hatte ich doch kurzzeitig Sorge vom Pferd gezogen zu werden.
Doch wir kamen alle unbeschadet durch und auch die Hufschuhe waren noch dran. Wir hatten nämlich beschlossen, daß der erste Tag den Hufen genug zugemutet hatte und ritten mit Schuhen. Sassico hatte sich allerdings bereits kurz nachdem wir losgeritten waren so unglücklich auf einen der hinteren Schuhe getreten, daß die Schnalle kaputtgegangen war. So hatte er die Schuhe am Sattel befestigt und war nur vorn beschuht weitergeritten.
Hinter dem Sumpfgebiet kamen wir auf einen Grasweg, der zu einem Wäldchen hinaufführte.
S. erklärte uns, wie sie sich das Durchreiten des Wäldchens vorgestellt hatte:
"Wir beginnen auf dem Grasweg zu traben und sobald wir den Wald erreichen galoppieren wir mit ausreichend Abstand an, um den recht steilen Hang im Wald gut hinauf zukommen. "
Doch dazu kam es nicht.
Links des Grasweges lag eine Pferdekoppel und direkt in der Ecke stand ein Tränkebecken. Das war dem Fuchs zu unheimlich und er scheute kurz. So ging ich mit Joey daran vorbei und Sassico und Fuchs folgten. Während ich wartete die anderen für den Galopp vorbei zu lassen, entdeckte Joey die jungen Isländer auf der Koppel.
Er starrte sie regelrecht an. Ein kleiner Hengst löste sich aus der Gruppe, die oben am Wald gestanden hatte, und kam zu uns an den Zaun. Und dann ging die Post ab:
Joey bekam Panik vor dem kleinen Pferdchen (fragt nicht warum...ich habe keine Ahnung!) und hüpfte erst auf der Stelle herum, während Sassico, von Joey angesteckt, ins Feld sprintete. Joey begann am ganzen Körper zu zittern und setzte sich fast auf den Hintern. Dann flogen die Vorderbeine um 180° herum und ich verlor die Steigbügel. Und da hat wirklich nicht viel gefehlt, daß ich einen Abgang gemacht hätte. Der Fuchs beobachtet das ganze Spektakel ruhig aus einigen Metern Abstand. Der kleine Isländer ging am Zaun auf und ab, äppelte und bekam dann Gesellschaft von einem Kumpel aus seiner Herde, der durch unser Theater aufmerksam geworden war.
Sassico beruhigte sich auch wieder und ging zum Fuchs und langsam konnte ich Joey auch überreden ein paar Schritte vorwärts zu machen. Er zitterte zwar immer noch vom linken Ohr bis zum rechten Hinterhuf, aber wir konnten langsam den Rest der Weide passieren, bevor auch noch die anderen "furchteinflößenden" Isländer näher kommen konnten.
Am Waldrand starteten wir dann endlich mit unserem Trab-Galopp-Vorhaben. So wurde Joey auch abgelenkt und konzentrierte sich auf's Laufen.
Als ich ungefähr die Hälfte des Weges hinter mir hatte, sah ich den Fuchs nach links ins Gestrüpp laufen. Ich wunderte mich noch, als ich es laut krachen hörte. Joey bremste bei diesem Lärm von selbst am und, als ich um die Ecke bog, konnte ich sehen was passiert war:
Der Weg war wohl aus irgendeinem Grund zur Hälfte weggebrochen und war mit dicken Ästen an der rechten Seite abgestützt worden, damit dort niemand abstürtzte. Der Fuchs hatte vor den Ästen gescheut und war daher nach links gelaufen. Sassico dagegen war der Weg wohl zu schmal gewesen und, da er zu schnell war, hatte Christian ihn nicht mehr dirigieren können. So war er über die Äste gelaufen. Die hatten natürlich unter ihm nachgegeben und so waren Sassico und Christian ins Rutschen gekommen. Christian war geistesgegenwärtig genug gewesen schnell abzuspringen und aus der Schußlinies der Hufe zu klettern.
Zum Glück war den Beiden nix passiert und sie rappelten sich wieder auf den Weg und aus dem Wald hinaus. Wir waren alle ziemlich geschockt. Christian schaute nach, ob Sassico sich etwas getan hatte, doch alles war heile geblieben. So stieg er wieder auf und wir ritten weiter.
Wir hatten S. erzählt, daß Joey sehr wasserscheu ist und daher hatte sie vorgeschlagen auf dem Rückweg zu einer Furt zu reiten. So mußten wir zunächst auf dem Weg dorthin ein Stück durch Schwerfen reiten: Durch einen Kreisverkehr, an einem Rasensprenger und an einem Kindergarten vorbei. Kurz hinter dem Ortsausgang fanden wir einen roten Herzluftballon am Wegrand. S. machte ein bißchen Antischrecktraining damit mit Fuchs und band ihn dann am Sattel fest.
Und dann kamen wir zum Highlight des Rittes:
S. ging mit Fuchs als erstes in den Bach und ich ließ Joey hinterher gehen. Er schnupperte am Wasser und es dauerte nur vielleicht 2 Minuten dann traute er sich und ging vorsichtig hinein. Und dann war der Bann erst mal gebrochen. Er ging darin umher und begann sogar zu plantschen. Sassico ging auch problemlos rein. Die Pferde (und auch die Reiter) genossen dir Kühle Luft dort am Bach unter den Bäumen. Dennoch mußten wir uns irgendwann trennen und heimwärts reiten.





